06.04.2015 - Ostermontag

#40TageTeilen | Abschluss-Impuls zum Ostermontag


Immer ist dieser dritte Tag,

da wir verzagt und ratlos

nach Emmaus gehen

und dich nicht sehen.

Und doch bist du bei uns,

Herr.


Immer ist dieser dritte Tag,

da wir dich hören und

nicht verstehen,

was rundum geschehen.

Du sprichst dennoch zu uns,

Herr.


Immer ist dieser dritte Tag,

da uns beim Brotbrechen

die Augen aufgehen

und wir dich erkennen und

brennenden Herzens gestehen:

Du lebst unter uns,

Herr! 


Halleluja!

Silja Walter

 

Liebe Freundinnen und Freunde,

liebe Pfadfinderinnen und Pfadfinder,

 

mit diesem Gedanken enden unsere Impulse zur Fastenzeit und Ostern.


Leider ist uns ein Fehler unterlaufen bei der Kennzeichnung der Impulse: Der Impuls zu Gründonnerstag ist von Christian Müller (Diözesankurat DPSG Freiburg) und nicht wie angegeben von Rebecca Spira. Wir bitten den Irrtum zu entschuldigen.


Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden: Rebecca Spira, Christian Müller, Günter Birken, Claire-Marie Panzram, Thomas Hoffmann-Broy,Martina Kellner, Jonas Kämmerling, Bischof Ulrich Neymeyr und Ida Wittram. 


Mit der Gewissheit, dass Jesus auferstanden ist und Gott uns nicht alleine lässt, wünschen wir Ihnen und Euch eine gute Osterzeit auf Pfingsten hin.

 

Herzliche Grüße und GUT PFAD!

 

Für die Bundesvorstände von DPSG und PSG

Kerstin Fuchs, Bundesvorsitzende DPSG

Martina Struckmann, Bundeskuratin PSG

05.04.2015 - Ostersonntag

#40TageTeilen | Fastenbrief zum Ostersonntag

 

Alle Menschen sehnen sich nach Gerechtigkeit und niemand will ungerecht behandelt werden. Dabei ist Gerechtigkeit ein sehr vielfältiger Begriff, nicht nur wenn wir von sozialer, globaler oder Generationen-Gerechtigkeit sprechen. Schnell wird deutlich, dass gerecht nicht unbedingt gleich bedeutet. 


Und wie ist es mit Gott? Der biblische Gott ist gerecht, schafft Gerechtigkeit und rettet. Dafür hat Jesus in seinem Leben viele Zeichen gesetzt. Sein Einsatz für Gerechtigkeit endete nicht mit dem Tod am Kreuz, sondern durch seine Auferstehung wissen wir, dass er das gerechte Leben für alle Menschen heute und in Ewigkeit will. So können wir mit ganz viel Hoffnung auf Gerechtigkeit sagen: Christus ist auferstanden, Halleluja! 


Wir wünschen euch, euren Familien, euren Freundinnen und Freunden, dass ihr die Freude der Auferstehung erfahrt und eure Hoffnung auf Gerechtigkeit tatkräftig weitergeben könnt.

 

Die Bundesvorstände von DPSG und PSG haben über ganz unterschiedliche Aspekte von Gerechtigkeit nachgedacht und sie mit Zitaten sowie Gedanken für euch zusammengestellt:


„In der Nachfolge Jesu Christi tragen wir unseren Anteil dazu bei, das Reich Gottes zu verwirklichen, besonders indem wir uns für Frieden und Gerechtigkeit für alle Menschen einsetzen. Wir tun dies in der Gewissheit, dass jede Einzelne von Gott angenommen und in seiner Liebe geborgen ist.“ 

(PSG Unsere Grundlagen – Wir sind katholisch)

Das Reich Gottes als Reich der Gerechtigkeit beginnt schon hier und heute, bei jeder Pfadfinderin und jedem Pfadfinder. Wenn wir uns mit Kopf, Herz und Hand dafür engagieren, haben wir Anteil an der Sendung Jesu und wir wissen, dass wir es nicht allein schaffen müssen, weil Gott uns mit seiner Liebe begleitet.

Martina Fornet Ponse – Bundeskuratin der PSG


Frieden entsteht, wenn Gerechtigkeit und Toleranz zwischen den Menschen besteht. Deshalb setzen wir uns für gleiche Chancen und gerechte Lebensbedingungen aller Menschen ein.

(Ordnung der DPSG)

Das Zitat macht für mich die Verbindung deutlich: Wer Frieden fordert, muss bereit sein, für Gerechtigkeit zu sorgen. Nur nach Frieden alleine zu rufen, reicht nicht. Es gilt zu handeln und für gerechte Lebensbedingungen zu streiten. 

Kerstin Fuchs – Bundesvorsitzende der DPSG

Man sollte die Menschen lehren, nicht von Gerechtigkeit zu sprechen, sondern von Nächstenliebe.

Eugène Ionesco (1909-1994), französisch-rumänischer Dramatiker

Nächstenliebe ersetzt zwar nicht Gerechtigkeit. Aber wenn mir das Wohl meiner Mitmenschen ehrlich wichtig ist, verändert das mein Handeln positiv. Ich bin mir sicher, dass wir dadurch in einer zufriedeneren, glücklicheren und somit auch einer gerechteren Welt leben würden.

Sigrid Hofmann, Bundesvorsitzende der PSG


„Imagine More“, so lautet ein Aufruf von WAGGGS an uns Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Was das bedeuten soll? Träume von mehr, von etwas Besserem als den bestehenden Zuständen. Stelle dir vor, es gibt eine gerechtere Welt – eine Welt ohne Vorurteile, mit gleichberechtigten Chancen für jedes Mädchen, jedes Kind. Eine Welt, in der nicht Geschlecht, Herkunft, Religion, Aussehen oder Alter über ein Schicksal und den Frieden entscheiden. „Imagine more“ heißt, sich diese gerechte Welt vorzustellen, von ihr zu träumen – und es bedeutet, sich aufzumachen, um ihr durch viele kleine Schritte täglich näher zu kommen. Hier noch das WAGGGS Video dazu.

Carolin Kammerer-Hardy, Bundesvorsitzende der PSG 


Das Werk der Gerechtigkeit wird der Friede sein, der Ertrag der Gerechtigkeit sind Ruhe und Sicherheit für immer. Jes 32, 17

Unser Engagement für Gerechtigkeit ist kein Selbstzweck, sondern ist ein Schritt hin zu einem friedlichen Miteinander - im Kleinen wie im Großen. Für dieses Ziel lohnt es, sich stetig zu engagieren - im Kleinen wie im Großen.

Dominik Naab, Bundesvorsitzender der DPSG

04.04.2015 - Karsamstag

#40TageTeilen | Fastenbrief zum Karsamstag

von Claire-Marie Panzram, PSG

 

Am Karsamstag findet sich in der Kirche kein Tuch auf dem Altar, keine Kerzen und kein Schmuck. Man sieht den nackten Stein.


Nach dem Aufruhr des Karfreitag ist der Karsamstag ein stiller Samstag.


Alle Hoffnung der Jüngerinnen und Jünger scheint mit Jesus gekreuzigt, gestorben und begraben. Gott hat nicht eingegriffen und Jesus nicht vor dem gewaltsamen Tod bewahrt. Wie soll es nur weiter gehen? War die Botschaft vom Reich Gottes nur eine fixe Idee? Waren die Wunder nur Illusion?


Manchmal scheint mir auch mein eigenes Leben ganz aussichtslos. Dann sitze ich ganz tief und allein in meinem eigenen schwarzen Loch. Kein Ausweg in Sicht. Nur Stille.

Aber bin ich wirklich ganz allein und verlassen?

Wenn Gott in Jesus Mensch geworden ist, dann kennt er auch diese schwarzen, einsamen Stunden. Dann weint er mit den Trauernden, leidet mit den Verletzten und geht mit den Sterbenden.


An einen solchen Gott kann und will ich glauben in meiner Stille.

03.04.2015 - Karfreitag

#40TageTeilen | Fastenbrief am Karfreitag

von Thomas Hoffmann-Broy,

ehemaliger DPSG-Diözesankurat München-Freising

 

Das Kreuz ist das zentrale Symbol des Karfreitags.

Wenn man sich ein barockes Kreuz mit dem toten Jesus daran anschaut, wird klar, dass hier etwas kaum fassbares passiert: ein Symbol für Folter, Qualen und Tod wird Mittelpunkt für Verehrung und Gottesdienst an diesem Tag!


Man kann das nur verstehen, wenn man sich die Person, die da ans Kreuz genagelt wird, anschaut: da hängt Jesus von Nazareth, der Sohn Gottes.


Da hängt derjenige, dessen Grab in drei Tagen leer sein wird, der als auferstandener Christus seinen Gefolgsleuten erscheinen und ihnen das Ganze erklären wird.

Für mich persönlich bedeutet das: wir Christen haben einen Gott, der nicht irgendwo im Wolkenkuckucksheim schwebt und distanziert auf uns herabschaut. Ich habe einen Gott, der durch das Elend menschlichen Lebens gegangen ist, durch Trauer, Angst, Leiden und Qualen, sogar durch Sterben und Tod.


Mit all meiner Trauer, meiner Angst, meiner Ohnmacht, meiner Frage nach dem „Warum?“ stehe ich heute am Karfreitag vor dem Kreuz. Und sehe da einen, der weiß, wie es mir geht: Jesus, den Gottes Sohn.


Ich bringe meine Verzweiflung und meine Fragen über das Leben, Leiden und Sterben der Menschen vor diesen Jesus. Und höre als Antwort: Wem erzählst du das? Sieh mich an! Glaub mir, ich weiß, wovon du da sprichst. Ich kenne das, die Trauer, die Angst, die Ohnmacht, ja selbst den Tod. Aber glaube mir: das ist nicht das Ende!


Damit ist das Kreuz für mich tröstlich. Es beendet nicht die Trauer, es beantwortet nicht die Fragen. Aber es verweist mich auf die Auferstehung und damit ein neues, anderes Leben, wo alle Tränen getrocknet werden und es kein Leiden und keinen Tod mehr gibt. Das beendet nicht die Trauer, das beantwortet nicht die Fragen.

Aber es schenkt Hoffnung.

02.04.2015 - Gründonnerstag

#40TageTeilen | Fastenbrief am Gründonnerstag

von Rebecca Spira, DPSG-Diözesanvorsitzende Mainz

 

Es gibt unterschiedliche Erklärungen, woher die Bezeichnung „Gründonnerstag“ kommt. Die Bezeichnung „Gründonnerstag“ könnte von der Farbe „Grün“ kommen. Nach einer Zeit der Buße wurden Menschen wieder voll in die Gemeinschaft aufgenommen, wie grünes Holz, das neu wächst. Das war für die Kirche ein Freudentag. Es gibt gute Gründe für diese Erklärung. Eine andere Erklärung sieht den Zusammenhang zu dem Wort „greinen“. Es bedeutet weinen und klagen.

 

Mit dem Abendmahl am Gründonnerstag beginnen die Christen die Feier der Heiligen drei Tage. Sie erinnern bis Ostern an das Leiden, den Tod und die Auferstehung Jesu. Weil Jesus vor dem letzten Abendmahl seinen Jüngern die Füße gewaschen hat, erinnert der Gründonnerstag auch daran, wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen. Wir sollen uns gegenseitig dienen, statt uns gegenseitig das Leben schwer zu machen. Für Pfadfinderinnen und Pfadfinder gehören der Dienst und die Hilfe für andere zum Grundauftrag. Jesus gibt uns dazu ein gutes Beispiel und fordert uns zugleich heraus.


„Wir sind eine Gesellschaft, die die Erfahrung des Weinens, des Mit-Leidens vergessen hat“, sagte Papst Franziskus im vergangenen Jahr bei den Flüchtlingen auf Lampedusa.

Wie gut ist es, wenn Menschen sich gegenseitig helfen, sich miteinander freuen und miteinander weinen können!

29.03.2015

 

#40TageTeilen | Fastenbrief zum Palmsonntag

von Günther Birken,

Diözesankurat der DPSG Hildesheim

 

Versucht, diese Welt ein wenig besser zu verlassen, als ihr sie vorgefunden habt –ruft uns Baden Powell zu. 

 

Hoffnung für diese Welt zu haben fiel mir unheimlich leicht, als ich vor kurzem in Malaysia bei bolivianischen Freunden wohnen durfte, das Lächeln ihres 9 Monate alten Babys genoss und in Kuala Lumpur teilweise in einer Straße in hinduistischen und chinesischen Tempeln, in Moscheen und Kirchen für den Frieden beten konnte. Hoffnung für diese Welt zu bewahren fällt mir manchmal unheimlich schwer, wenn ich Nachrichten über die Gräueltaten des IS höre oder wenn ich darüber nachdenke, wie ich durch eigenes Konsumverhalten, Autofahren (auch für die DPSG) und so manche Gedankenlosigkeit die Welt eher schlechter mache. Aber ich möchte es weiter versuchen, die Welt besser zu gestalten, mit anderen, mit Pfadfinderinnen und Pfadfindern zusammen, von denen ich so viel lernen kann. Es wächst eine Generation heran, in der sich viele für eine umweltverträglichere Ernährung und für mehr Nachhaltigkeit einsetzen. Die Jugend von heute macht mir Hoffnung! 

 

Als Pfadfinder setzen wir uns ein für eine Kultur der Gastfreundschaft für Flüchtlinge und stiften so Hoffnung. Und wir bekommen viel zurückgeschenkt: gerade lud mich ein syrischer Flüchtling in sein Heim zum Kaffeetrinken ein. Wir erleben weltweite Solidarität, z. B. in gemeinsamen Projekten und in sehr tragfähigen Beziehungen, die uns die Partnerschaft zu bolivianischen Pfadfindern ermöglichen. „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi“, heißt es im 2. Vatikanum über die Kirche in der Welt von heute. Als DPSG leben wir mitten in dieser Kirche und setzen immer wieder Hoffnungszeichen, ohne die unsere Welt ärmer wäre. Unser Diözesanpfingstlager „Quell der Gerechtigkeit“ will und wird auch Hoffnung stiften für eine gerechtere Welt. 

 

Hier wird mein Blick gelenkt auf den, der meine eigentliche Quelle der Hoffnung ist. Wir müssen die Welt nicht retten, sie ist gerettet. Heute, am Palmsonntag, zieht Jesus, der Christus, in Jerusalem ein. „Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn! Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt. Hosanna in der Höhe!“, rufen die Leute voller Hoffnung. Für uns ist das Reich Gottes durch Jesu Kommen in diese Welt, durch seinen Tod und seine Auferstehung, schon angebrochen. 

 

Die Hoffnung wächst wie ein Baum aus einem kleinen Samenkorn gen Himmel. Auch wenn sich das Reich Gottes oft ganz anders zeigt als ich es mir erträume, führt mich Jesu leidenschaftlicher Einsatz für das Leben, für Barmherzigkeit und Frieden auf den Hoffnungspfad. Gott hat die Hoffnung in die Erde eingepflanzt, deshalb kann sie nicht mehr sterben. 

 

Die Hoffnung lebt zuletzt, gerade auch über den Tod hinaus. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich an das ewige Leben glauben kann, und dass dieses Leben unser Leben auf der Erde, die Gott uns anvertraut hat, berührt. Hoffnung zu teilen – das ist pfadfinderisch, in der Treue zu anderen, zu uns selbst und zu Gott.

22.03.2015

#40TageTeilen | Fastenbrief zum fünften Fastensonntag

 

von Martina Keller,

Diözesankuratin der PSG Bamberg

 

„Du musst jetzt tapfer sein!“


Wer hat ihn nicht schon mal gesagt bekommen, diesen Spruch.

Manchmal gelingt´s und ich entwickle Bärenkräfte.


Aber muss ich wirklich immer tapfer sein???


Ich finde nein!  Ab und zu kann und will ich einfach nicht, da darf ich Schwäche zeigen.


Trotzdem:


Wenn ich die Welt mitgestalten, was verändern will, meine Mitmenschen nicht aus den Augen verlieren will, dann brauche ich Mut, Entschlossenheit und Tapferkeit.


Tapferkeit – ein Tugend, die auch zum Geist unseres Pfadfinderinnenseins gehört. Wir setzen uns für andere ein, für Gerechtigkeit und Frieden, zeigen Zivilcourage. Das ist oft nicht der leichtere Weg durchs Leben, aber ein sinn-voller.


Der Psalm 27 in der Bibel bestärkt uns, dass wir tapfer sein können, weil Gott hinter uns steht: „Vertrau auf den Herrn! Sei mutig und tapfer und hoffe geduldig auf den Herrn.“


In diesem Sinne:


Sei tapfer,

sei beherzt und entschlossen,

sei mal risikobereit und draufgängerisch,

sei kühn und heldinnenhaft,

sei forsch und furchtlos,

sei mutig und unerschrocken

in dieser Fastenwoche und alle Zeit.

Vor allem: Nimm dir die Freiheit,

sei einfach du selbst!

15.03.2015

#40TageTeilen | Fastenbrief zum vierten Fastensonntag

von Rebecca Spira, DPSG-Diözesanvorsitzende Mainz

 

Beim Nachdenken über den Fastenimpuls zum Begriff ‚Liebe‘ ist mir diese kleine Parabel eingefallen, die mir während der Schulzeit und später dann wieder während der Vorbereitung zu unserer kirchlichen Trauung begegnet ist.

 

„Was tun Sie“, wurde Herr K. gefragt,

„wenn Sie einen Menschen lieben?“

„Ich mache einen Entwurf von ihm“, sagte Herr K.,

„und sorge, dass er ihm ähnlich wird.“

„Wer? Der Entwurf?“

„Nein“, sagte Herr K., „der Mensch“.

(von Bertold Brecht)

 

Herr K. ist also der Meinung, jemanden zu lieben heiße, ihn in die Form zu pressen, in der man ihn gerne haben möchte. Herr K. wird also anfangen zu feilen, zu schmirgeln, vielleicht sogar die Säge anzusetzen, um seinen geliebten Menschen an den Entwurf anzupassen.

 

Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie langweilig diese Beziehung dann wohl sein wird. Ein Entwurf eines Menschen bleibt doch immer ein Schema, eine leblose Hülle, eine einseitige Einschätzung dessen, was meinen Partner ausmachen soll.

 

Beziehung, also das Beziehen aufeinander, heißt aber vor allem, dass ich von den Eigenschaften und Einstellungen meines Partners profitieren kann, wir bereichern uns also gegenseitig und leben so ein gemeinschaftliches und gleichberechtigtes Miteinander. Bei Herrn K. ist es wohl eher ein Nebeneinanderher- oder gar ein aneinander Vorbeileben.

Eine Beziehung lebt davon, dass man den anderen an dem teilhaben lässt, was einen ganz persönlich bewegt, sie lebt also vom Teilen und vom Vertrauen darauf, dass das Geteilte nicht gegen mich verwendet wird. Dieses Vertrauen gibt es nur, wenn ich mich vom anderen bedingungslos geliebt weiß und mich auf ihn einlassen kann.

 

Das ist natürlich nicht nur in einer Liebesbeziehung wichtig, sondern auch in der Familie und im Freundeskreis – auch hier lieben wir andere, auch diese Leute sind uns wichtig und wir dürfen sie nicht in Entwürfe pressen, weil das ihre Individualität zerstören würde. Gott liebt uns so, wie wir sind, das müssen wir uns vielleicht manchmal wieder vor Augen führen.

 

#40TageTeilen ist ein tolles Motto. Ich kann es für mich auf persönliche Weise auslegen. In der Fastenzeit geht es ja auch oft um Verzicht, manche trinken keinen Alkohol oder essen keine Süßigkeiten. Fastenzeit heißt für mich auch, 40 Tage lang etwas Bestimmtes sehr bewusst tun. Dieses Jahr will ich bewusst meine Achtung, meine Wertschätzung und auch meine Liebe für die Menschen in meinem Leben mit ihnen teilen. Ich möchte ihnen liebe Worte mitgeben, sie ermuntern, ihnen den Rücken stärken.

 

Und dabei will ich mich selbst nicht vergessen, denn ich muss mich auch selbst lieben und den Entwurf, den ich mir von mir gemacht habe, einfach einmal auf die Seite legen und mich von ihm frei machen. Diese Liebe ermöglicht es mir, der Mensch zu sein, zu dem Gott mich gedacht hat und den Gott bedingungslos liebt – ein schönes Gefühl.

08.03.2015

 

#40TageTeilen | Fastenbrief zum dritten Fastensonntag

von Jonas Kämmerling,

theologischer Referent der DPSG-Bundesleitung

 

Besonnen zu reagieren. Das ist wirklich eine Tugend. Also eine vorbildliche Haltung. Sie ist mir nicht eigen, kein Teil von meinem Charakter. Ich behaupte mal, dass ich eine Haltung annehmen muss. Gerade sitzen! Und keine Haltung zeigen suggeriert Schlaffheit. Ich probiere es also:

 

Meine Haltung ist Besonnenheit. Ich verhalte mich besonnen. Meine emotionale Gelassenheit ermöglicht mir die Sachlage nüchtern zu betrachten. Ich kann abwägen, das Für und Wider unterscheiden. Ergreife nicht wahllos das Wort, weil ich gerade gefragt bin. Kritisiere nicht um der Kritik willen. Kann abwarten und mich zurücknehmen. Bin bescheiden in meinen Annahmen, weiß darum, dass ich nicht alles weiß. Nehme die Anderen wahr, ohne naiv zu sein. Kenne also das rechte Maß, aber bin mit dem Mittelmaß nicht zufrieden.

 

Gut, dass es Fastenzeit und nicht Fastentag heißt. Ich habe also Zeit. Kann gelassen und ganz Pfadfinder sein: Learning by doing. Kann zu mir selbst finden. Kann den Dingen auf den Grund gehen. Kann wagen, meine Meinung zu vertreten. Kann für meine Ideale tatkräftig einstehen. Morgen sicher. Aber heute anfangen.

01.03.2015

#40TageTeilen | Fastenbrief am zweiten Fastensonntag
von Ulrich Neymeyr, Bischof von Erfurt
 
Den Glauben erlebe ich zunächst nicht als Tugend, sondern als Geschenk. Ich habe mich schon immer gefreut, dass ich den christlichen Glauben habe. Schon als Kind und Jugendlicher  fand ich es nicht lästig, an Jesus Christus zu glauben. Vielmehr habe ich schon immer gespürt, dass ich von Jesus Christus geliebt und getragen bin, selbst wenn ich einmal sterben muss.


Das gibt meinem Leben seither eine große Zuversicht, für die ich sehr dankbar bin. Manchmal stellt mich der Glaube an Jesus Christus auch in Frage. Ich frage mich, ob Jesus mit meinem Leben zufrieden ist, ob ich nicht das eine oder andere besser sein lasse, oder ob ich mich nicht hier und da mehr für andere Menschen einsetzen kann? Ich bin meinem Glauben auch dafür dankbar, dass er mich zu solchen Selbstkorrekturen herausfordert.
 
Ich habe meinen christlichen Glauben meinen Eltern zu verdanken und meine Heimatgemeinde in Worms-Herrnsheim, in der bis auf den heutigen Tag viele Kinder und Jugendliche mitmachen. Auch in der Kirche war ich nie der einzige junge Mensch, der den Gottesdienst mitfeierte. Für diese Glaubenserfahrungen bin ich sehr dankbar. Sie haben mich auch bewegt, Priester zu werden.
 
Auch als Priester und Bischof merke ich, dass der Glaube doch auch eine Tugend ist, für die ich mich einsetzen muss. Ich muss aufpassen, dass Gott nicht an den Rand meines Lebens rückt, dass ich nur in öffentlichen Gottesdiensten, gewissermaßen dienstlich, mit ihm zu tun habe und dass die vielen anderen Aufgaben die ich habe , mich nicht ganz von Gott ablenken. Ich muss mir Zeit nehmen, meine Beziehung zu Jesus Christus auch persönlich zu pflegen und lebendig zu halten. Deswegen brauche ich auch Zeiten wie die Fastenzeit oder den Advent, in der ich mein Leben wieder intensiver auf Gott ausrichte.
 
Herzlichen Gruß,
 
Ihr Ulrich Neymeyr
Bischof von Erfurt

22.02.2015

#40TageTeilen | Fastenbrief am ersten Fastensonntag: klug

von Ida Wittram, PSG

 

Gibt man das Wort klug in eine Internetsuchmaschine ein, so stößt man auf Begriffe wie Klugschwätzer, kluger Kopf, weise, lebenserfahren, geschickt, scharfer Verstand, unklug oder Sätze wie ‚aus einer Sache nicht klug werden‘, ‚der Klügere gibt nach‘ oder ‚aus Fehlern wird man klug‘. Aber was aber bedeutet eigentlich klug sein?


Menschen die klug sind, sind nicht nur intelligent, sie wissen auch in der Regel ganz genau wie sie sich unterschiedlichen Situationen verhalten müssen. Dabei sind sie nicht nur pragmatisch, sondern tragen ein stabiles Wertegerüst in sich.

Kluge Menschen  teilen ihr Wissen mit anderen. Sie behalten es nicht für sich und benutzen es nicht um über andere zu herrschen. Sie wissen, dass andere mit ihrem Wissen vielleicht mehr Erfolg haben werden, mehr Ansehen und Macht bekommen, vielleicht sogar mehr Geld damit verdienen. Aber kluge Menschen, wissen auch, dass geteiltes Wissen, mehr wird und damit die Welt verändern kann. So wie auch Lachen unglaublich viel mehr wird, wenn man es mit anderen teilt oder Tränen weniger, wenn man sie gemeinsam weint. Dabei halten kluge Menschen auch das Unwissen und den Zweifel aus, nicht zu wissen was morgen ist und dennoch mit Vertrauen in die Zukunft zu gehen.


So lese ich auch den Satz aus den Psalmen und er verliert seinen Schrecken: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.” (Ps 90,12) Im Angesicht meiner eigenen Vergänglichkeit werden mir die Momente bewusst, die ich mit anderen geteilt habe, in den ich einfach etwas geschenkt bekommen habe oder selbst etwas verschenken durfte. Das waren mit Sicherheit die Momente, die mich ein bisschen klüger gemacht haben.


Ich will es in die Hand nehmen mich als Menschen, mit meinem Wissen um Gott und die Welt, meinem Lachen und Weinen mit anderen zu teilen, damit wir gemeinsam klug werden. Heute geht es los!

18.02.2015

#40TageTeilen | Fastenbrief der DPSG am Aschermittwoch
von Dag Heinrichowski, DPSG-Stamm Charles de Foucauld in Hamburg-Hamm
 
„Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst!“ oder „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium!“ – mit diesem Satz wird am heutigen Aschermittwoch vielen Menschen im Gottesdienst ein Kreuz aus Asche auf die Stirn gezeichnet. Die Asche stammt von dem im Osterfeuer verbrannten Zweigen des Palmsonntag. Eine ziemlich klare Symbolik mit der die Fastenzeit eingeläutet wird: Wir alle sind vergänglich!
Ziemlich klar und irgendwie ziemlich negativ diese Symbolik.

#40TageTeilen ist das Motto der diesjährigen Fastenbriefe der DPSG und Vergänglichkeit und das Bewusstsein um die eigene Vergänglichkeit ist etwas, was alle Menschen teilen. Soweit nichts neues, die Nachrichten sind ja voll mit Nachrichten über die Vergänglichkeit des Menschen. Oft auf sehr brutale Weise. Braucht es da noch diese Erinnerung in der Kirche?

Ostern ist für mich das Fest des überraschenden Neubeginns. Es ist eben nicht vorbei mit Jesus, sondern er wandelt Tod in Leben – auch in meinem Leben. Fastenzeit ist also eine Vorbereitung für einen Neubeginn. Aus der kalten Asche kann etwas Neues entstehen, kann Feuer wieder zu brennen beginnen.

Die Erinnerung an die Vergänglichkeit hat für mich auch eine ganz positive Bedeutung: Mein Leben hier auf Erden hat ein Ende, ich kann nicht alles aufschieben, sondern muss mich entscheiden, muss mich positionieren, muss handeln. Das Jetzt ist die Zeit dafür. Heute und nicht morgen. Der Augenblick muss genutzt werden! Jetzt ist die Zeit zum Handeln, die Zeit zum Neuanfang. Vielleicht kann die Fastenzeit eine bewusste Vorbereitungszeit für diesen Neubeginn sein? #40TageTeilen und so einen Neuanfang wagen.

Bei „Teilen“ denke ich aber nicht nur an das Teilen zwischen Menschen, sondern auch das, was ich von mir selbst teile: Facebook, Instagram und Twitter. Vielleicht kann der #Ashtag, mit dem ich heute ganz analog getaggt worden bin, auch da einen neuen Neuanfang bereiten. Dass ich nicht ein Bild von mir teile, was ich gerne hätte oder was die meisten Likes gibt, sondern dass ich mich teile, der der ich bin.

„Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“! – Bedenke aber auch, dass dieser Staub in dir wunderbar geformt ist und ein einmaliges und geliebtes Geschöpf bildet! Bedenke, welche Möglichkeiten dieser Staub hat und was er alles bewirken kann! Steh zu dem und bedenke, dass jetzt die Zeit zum Handeln ist, die Zeit zum Neubeginn!

Lass dich verwandeln zum Leben

und teile dich und was du hast!
Gottes Segen für den Weg hin zu Ostern,

dem Fest des Neubeginns!
 
Gut Pfad!

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